Achim Bahr, 1956 in Köln geboren, studierte Malerei an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf (Meisterschüler) und Philosophie. Schon seit Beginn des Studiums beschäftigt er sich in seinen künstlerischen Arbeiten fast ausschließlich mit stereoskopischen Experimenten in Malerei und Zeichnung. 1981 publizierte er mit der Zeichnung eines Schachbretts, Immaterielles Schachspiel, die erste, von ihm als stereoskopische Anamorphose (aka phantogram) bezeichnete Grafik ihrer Art. Es folgten Ausstellungen und Aufträge im bzw. aus dem In- und Ausland. 1984 fertigte er mit Nighthawks 3D die erste 2D/3D-Konvertierung eines Gemäldes überhaupt an.
Die 1994 veröffentlichte stereoskopische Anamorphose Neuschwanstein markiert einen Meilenstein in dieser von Achim Bahr entwickelten und perfektionierten dreidimensionalen Abbildungstechnik; von dem Motiv wurden mehrere Varianten produziert, darunter auch die größte ihrer Art, die auf dem Boden liegt und vom Betrachter stehend beobachtet wird. Seit 1995 beschäftigt Achim Bahr sich auch mit der Animation von stereoskopischen Anamorphosen. Inzwischen wurden Sequenzen unterschiedlicher Größe und Dauer bei der Stereoscopic Displays and Applications Conference 2005 in San Jose sowie auf der photokina 2006 und 2008 in Köln gezeigt.
Neben zahlreichen anderen Projekten wandte sich Achim Bahr auch der Bühnenarbeit zu und setzte binokulare Bildverfahren erfolgreich für stereoskopische Entwürfe sowie als Ergänzung oder Ersatz des herkömmlichen Bühnenbilds ein.
Auf der internationalen Stereoskopie-Konferenz S3D-Today+ 2007 in München präsentierte Achim Bahr die weltweit ersten stereoskopischen Anamorphosen, die vom Betrachter interaktiv gesteuert werden können, und stellte damit eine neue Methode von Real-Time VR/AR für High-End/Low-Cost-Anwendungen vor, die vorliegende 3D-Daten in beliebiger Größe und ohne besondere Hardware-Anforderungen verarbeiten kann.